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Freitag, 03. September 2010

Willkommen bei der Stadtgemeinschaft Allenstein!

Haus Kopernikus in Allenstein

Der 11. Juli 1920 war ein bedeutender Tag für das südliche Ostpreußen und ein Tag der Freude für die deutschen Bewohner. Anders, als von der Interalliierten Kommission erwartet, sprach sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in den 11 Abstimmungskreisen - in der Stadt Allenstein waren es 98 Prozent - für den Verbleib im Deutschen Reich aus. Niemand hätte sich damals träumen lassen, dass kaum 25 Jahre später der Exodus der Deutschen folgte.

Nur 5 Jahre nach dem Verlust ihrer Heimat, am 5. August 1950,  unterzeichneten die deutschen Heimatvertriebenen eine Charta, in der sie auf Vergeltung verzichteten und dem Wunsch nach einem geeinten Europa Ausdruck verliehen. In Anbetracht ihrer durch Flucht und Vertreibung geprägten Schicksale war dies ein bemerkenswerter Vorgang, dem in der deutschen Öffentlichkeit leider allzu wenig Beachtung geschenkt wird. Dies wurde besonders deutlich bei der jüngsten Diskussion über die Besetzung des Stiftungsrates der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“.

Die Erinnerung an die Ereignisse nach Kriegsende zu bewahren, war und bleibt eine wichtige Aufgabe der Stadtgemeinschaft. Deshalb werden wir die Erinnerungen von Dr. Mollenhauer, die in den letzen Heimatbriefen zu lesen waren und bei unseren Lesern auf großes Interesse gestoßen sind, als Buch herausgeben. Der Kreis derer, die diese Zeit persönlich erlebt haben, wird naturgemäß kleiner und daher ermutige ich Sie, Ihre Erlebnisse niederzuschreiben und als Teil Ihrer Familiengeschichte zu bewahren. Sofern Sie Ihre Erlebnisse mit anderen teilen wollen, können Sie diese auch gerne unserer Redaktion zur Verfügung stellen.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich eine schöne, erholsame Sommerzeit und hoffe, Sie recht zahlreich am 18. September 2010 bei unserem 55. Jahrestreffen in Gelsenkirchen wiederzusehen.

Gottfried Hufenbach,  Vorsitzender der Stadtgemeinschaft