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Freitag, 18. September 2026

725 Jahre Heiligenbeil

 

Die Heiligenbeiler mit ihrer Kreisvertreterin Viola Reyentanz waren wieder da. Ihre Zahl ist beim alljährlichen Kreistreffen erheblich geschrumpft. Das erste Kreistreffen in Burgdorf war 1955.

Der Chronist lernte die ostpreußische Kreisgemeinschaft 1984 mit ihren seitdem fünf wechselnden Vorsitzenden kennen, als sie sich mit 2500 Getreuen aus aller Welt in Burgdorf trafen. Im Jahr 1986 wurde sie ins Vereinsregister der Stadt Burgdorf als gemeinnütziger Verein eingetragen.

Damals benötigte man ein großes Festzelt auf dem Schützenplatz. Hotels und Privatzimmer waren ausgebucht. Dem Chronisten gefiel sofort der Humor und die Kontaktfreudigkeit der Menschen. Das waren noch Zeitzeugen und Flüchtlinge, die die ganze Tragödie der verlorenen Heimat und der nicht immer freundlichen Aufnahme hier im Westen aus eigener Erfahrung kannten.

Heute sind es wenige Überlebende und Heimatverbundene, die sich in Burgdorf im Gasthaus Haase zum „Matjesabend“ (früher Herrenabend mit viel Bärenfang, Foto mit Teilansicht), zum Gedenken am Gedenkstein unter der Heiligenbeiler Eiche im Schlosspark, zur Mitgliederversammlung, zum gemütlichen Beisammensein und zur Feierstunde mit der Schützenkapelle Gehrden einfinden.

Der Ehrenvorsitzende Siegfried Dreher (Foto) konnte aus gesundheitlichen Gründen zum ersten Mal nicht erscheinen. Und doch war erstaunlich, wie gut sich einige der Dauergäste gehalten haben: der ewig jugendliche Kurt Woike (86), Kirchspielvertreter von Tiefensee, oder Franz Korsch (am 28.12.2026 90 Jahre alt), ehem. Betriebsleiter des VEB Fernsehgerätewerke „Friedrich Engels“, Ehrenvorsitzender der Freunde der Staßfurter Rundfunk- und Fernsehtechnik (mit einem wirklich tollen Rundfunkmuseum) und ein Heiligenbeiler (90), der sich noch an seine Kindheit und Flucht genau erinnern konnte.

Paul Rohde berichtete in einigen Worten vom Stadtwerden von Heiligenbeil vor 725 Jahren. Vor 25 Jahren war noch eine Delegation von 520 Menschen nach dem russischen Mamonowo gereist, um den Feierlichkeiten beizuwohnen. Und er rief ins Gedächtnis, wie Landrat Dr. Michael Arndt (SPD, später Regionspräsident) damals versicherte, dass die Region die Patenschaft natürlich übernehmen würde.

Er hatte nicht wissen können, wie sein Nachfolger Hauke Jagau (SPD) durch Beeinflussung vom damaligen Burgdorfer Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) die Patenschaft 2009 mit Beschluss der Regionsversammlung einseitig beendete.

Rohde schenkte der Vorsitzenden seine gerade in 2. Auflage erschienene Autobiografie »Kinder, das sind die Erinnerungen eines Burgdorfer Jungen« mit einigen Heiligenbeiler Anmerkungen.

 

Text und Bilder von dem Freund der Kreisgemeinschaft Paul Rohde

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