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Mittwoch, 01. Juni 2016

Emil Johannes Guttzeit

Emil Johannes Guttzeit wurde am 1. März 1898 in Königsberg in Preußen geboren. Noch zu Lebzeiten Bismarcks verbrachte er dort, geborgen in seiner Familie, glückliche und unbeschwerte Kindheits- und Jugendjahre.

Im ersten Weltkrieg, der seiner  Heimatprovinz schon damals große Opfer auferlegte, diente er seinem Vaterland als Soldat. Nach der Lehrerausbildung bekam er 1919 
im Kreis Heiligenbeil mehrere Dorfschullehrerstellen.
Nach bestandener Mittelschullehrerprüfung 1935 wurde Johannes Emil Guttzeit an der Städtischen Höheren Knaben- und Mädchenmittelschule in Heiligenbeil angestellt.

Schon in jungen Jahren begann er neben seiner Schularbeit mit der Familien- und Heimatforschung. Er hat sein Leben in den Dienst des Nächsten gestellt, als Lehrer und Erzieher der Jugend und als unermüdlicher  Heimatforscher und Verfasser 
unzähliger Schriften. Er war Mitglied der „Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung“, der „Altertumsgesellschaft Prussia“, des „Ermländischen Geschichtsvereins“, des „Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen“, dessen Vorstandsmitglied er seit der Gründung bis zur Vertreibung 1945 war. Er war Mitarbeiter für das  „Preußische Wörterbuch“, wurde Kreispfleger für Bodenaltertümer, später auch für Kunstdenkmäler. Außerdem war er Archivpfleger für den Kreis Heiligenbeil sowie Verwalter des Museums in Balga. Seine große Liebe galt Balga mit der Geschichte des Ritterordens und der Burgruine. Er gab als Schriftleiter ab 1928 den „Natanger  Heimatkalender“ sowie nach der Vertreibung den „redlichen Ostpreußen“ heraus.

Im zweiten Weltkrieg, wiederum Soldat, hatte er als Oberleutnant der Artillerie seine Heimat in den schweren Kämpfen des Frühjahrs 1945 verteidigt.

Ab 1947 in Diepholz ansässig und als Mittelschulkonrektor im Schuldienst bis 1963 tätig, hat er sich dort sofort seiner vertriebenen Landsleute angenommen, vor allem aber derjenigen aus seiner engeren Heimat Heiligenbeil, wo er zu den Initiatoren und Gründern der Kreisgemeinschaft gehörte, deren Vorstand er aktiv und engagiert bis zu seinem Tode am 18. Mai 1984 angehörte. Ihm ist zu verdanken, daß der Landkreis Burgdorf die Patenschaft über den Kreis Heiligenbeil im Jahre 1955 übernahm. Dort treffen sich alljährlich  Landsleute der Kreisgemeinschaft, die er durch zahlreiche heimatkundliche Vorträge erfreute.

Zu seinem 80. Geburtstag verlieh der Landrat des Kreises Diepholz, Heinz Zurmühlen,  E. J. Guttzeit, in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste, das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ und würdigte sein Wirken im Dienste der Heimatforschung sowohl in seiner Heimat Ostpreußen als auch – seit 1947 – in Diepholz.

Man sagt oft leichthin, daß jeder Mensch ersetzbar sei. Das ist in dieser Allgemeinheit nur bedingt und allenfalls für die Ausübung beruflicher Tätigkeiten der Fall.
Für uns Ostpreußen, insbesondere für uns Heiligenbeiler, ist Johannes Emil Guttzeit unersetzbar. Wir sind ihm zutiefst dankbar, daß er uns sein Vermächtnis in zahlreichen Schriften und Ausarbeitungen hinterlassen hat. Generationen nach uns werden noch von diesem Reichtum zehren.

Emil Johannes Guttzeit wird unvergessen bleiben.

von Eva Droese

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