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Samstag, 16. Dezember 2017

Vorwerk, Domäne und Gut

In der Burg Balga lebten in der Ordenszeit zahlreiche Personen: Ordensritter, Geistliche, Graumäntler, Knechte und Mägde.  Oft wohnten auch Notare, Schreiber und Dolmetscher im Hause. Dazu kamen oft Gäste. Im Jahre 1437 waren 36 Ordensbrüder in Balga, 1508 wurden auf dem Schlosse 50 Personen gezählt. Sie alle mussten versorgt und verpflegt werden. Hierfür waren der Küchen-, Keller-, Fisch-, Schuh-, Mühl-, Vieh-, und Firmarienmeister (Krankenhausmeister) u. a. verantwortlich.
Aus der Komturei (Verwaltungseinheit des Ritterordens) flossen der Burg zu festgesetzten Terminen Getreide, Gänse, Hühner, Fische, Honig, Wachs u.a. zu, so daß  oft gewaltige Vorräte an Lebensmitteln wie auch Waffen und Kriegsgerät vorhanden waren. „Die Komture (Befehlshaber) waren angewiesen, einen Vorrat für zwei Jahre aufzubewahren, um Reserven für Notzeiten anzusammeln.“
Viele Lebensmittel gewannen die Ordensherren aus der eigenen Wirtschaft; denn zu jeder Burg gehörte ein Vorwerk, ein Wirtschaftshof. Er lag nahe der Burg, in ihrem Schutzbereich. In diesem Gutsbetrieb wurden Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, oft auch Bienen gehalten. Dem Vorwerk stand ein Hofmann vor, der für Balga bereits 1408 bezeugt ist. 1423 war es Heinrich Sterenberg. Der Hofmann beaufsichtigte vor allem die Feldwirtschaft, die Hofmutter, meistens seine Frau, die Viehwirtschaft; deshalb wird sie mitunter auch Viehmutter genannt. Um 1400 war die Ackerwirtschaft auf den Ordensvorwerken wichtiger als die Viehhaltung.
Die für die Feldwirtschaft notwendigen Äcker und Wiesen wurden in der Ordens- und Herzogszeit von Gärtnern und Instleuten (Tagelöhnern), später mehr mit Hilfe von Scharwerksbauern (unfreier Bauer) bearbeitet. Seit dem 15. Jahrhundert waren in zunehmendem Maße Gärtner bei den Vorwerken angesiedelt worden; es gab sogar reine Gärtnerdörfer wie Königsdorf und Halbendorf im Kirchspiel Bladiau.

Die Gärtner waren landwirtschaftliche Arbeiter, die zu allerlei Diensten auf dem Vorwerk verpflichtet waren. Sie besaßen meistens nur einen „Garten“, d.h. ein kleines Stück Land, hatten freies Wohnrecht und schlossen mit der Herrschaft einen Dreijahresvertrag mit zweimonatiger Kündigung ab und durften ihre Stellung frei verlassen, wenn sie einen Ersatzmann gestellt hatten. Im Sommer mussten sie eine bestimmte Zahl von Arbeitstagen ableisten (120 bis 150), ihre Frauen wesentlich weniger (10 bis 12). Die darüber hinaus verrichtete Arbeit wurde ihnen im Tagelohn vergütet. Für ihre Pflichtarbeit erhielten sie einige Morgen Land frei zu nutzen, sowie Deputat (Naturalleistung) und Barlohn. Die Balgaer Gärtner bekamen im Jahre 1608  5 Mark Geld, 2 Scheffel Roggen, 2 Tonnen Tafelbier und 2 Schock trockene Plötze. Im Sommer war ihre Hauptarbeit die Bewältigung der Heu- und Getreideernte, und im Winter mussten sie das Getreide ausdreschen. Hierfür erhielten sie den elften oder zehnten Scheffel.
Der Orden hatte auf die Ansetzung von Gärtnern bei den Vorwerken großen Wert gelegt, und auch noch im 16. Jahrhundert forderte Kaspar von Nostiz, fehlende Scharwerkskräfte durch Gärner zu ersetzen, und 1642 wurde es den Amtshauptleuten zur Pflicht gemacht, „soviel als möglich Gärtner in die Dörfer und bei den Höfen anzusetzen“.

Um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts wurde die Betriebsorganisation umgestellt, daß die Scharwerker vom Pflügen entlastet und Ochsenpflüger eingestellt wurden.
Auf Anordnung der Visitationskommission sollten im Jahre 1583 beim Vorwerk Balga zehn der zwanzig Gärtner mit Norgeln pflügen.
Dazu sollten noch drei schwere deutsche Pflüge eingesetzt werden, mit denen das Unkraut besser bekämpft werden konnte. Jeder der Gärtner sollte dafür einen Morgen Ackerland für sich zu bestellen frei haben und „seine bestallung und Deputat alß den Rottauern (verheiratete Pflugknechte) im Oberlandt und Fst. Dcht. anderen Emptern gebräuchlichen.“


 

Seit dem 16. Jahrhundert mussten auch zahlreiche Bauern aus  den Dörfern des Amtes Balga beim Vorwerk scharwerken. Im Jahre 1606 waren 393 Bauern dazu verpflichtet, 1636 waren es 156 Bauern aus 14 Dörfern, und zwar: 22 Bauern aus Bladiau, 7 aus Hoppenbruch, 13 aus Eisenberg, 18 aus Hanswalde,
6 aus Herzogswalde, 3 aus Rauschbach, 10 aus Hohenfürst, 11 aus Deutsch Thierau, 5 aus Königsdorf, 17 aus Lank, 13 aus Hermsdorf, 9 aus Bönkenwalde, 14 aus Schönwalde, 8 aus Lauterbach.
Sie mussten Hand- und Spanndienste leisten; es waren damals 47 Bauernerbe „abgebrannt, wüste“ (d.h. unbesetzt). 1641 scharwerkten in Balga und Karben 187, 1651 in Balga 124 Bauern. Im Jahre 1669 beschwerten sich die Bauern, daß sie in das Vorwerk Balga jährlich zwei Mägde, einen Hofknecht  geben und unterhalten müssten. 1683 bearbeiteten 129 Scharwerksbauern und sechs Hofgärtner das Vorwerk.

Die 18 Bauern von Hanswalde, die auf 72 Hufen saßen und in Balga gescharwerkt hatten waren ausgefallen, als dem Rats- und Handelsherrn Gerhard Suter in Königsberg das Dorf vor 1680 pfandweise zu kölmischem Recht verschrieben worden war. Die vier Bauern von Langendorf, 10 von Schönfeld und 11 von Stolzenberg leisteten 1680 nur Handscharwerk; sie waren von der Mistfuhr befreit. Die Zahl der Bauern hatte abgenommen und nahm auch weiterhin ab; denn viele kauften sich frei und wurden Hochzinser (Bauer, der nur Hufenzins ohne – oder doch nur mit sehr geringem – Scharwerk von seinem Grund leistet). Für den Ausfall mussten dann die Scharwerksgärtner beym schloß und Hoffe einspringen. Im Jahre 1603 heißt es, daß drei Ochsenpflüger gehalten werden, welche den Acker pflügen, der mit den Untertanen nicht hat betrieben werden können. Sie wurden jeder jährlich mit vier Mark, vier Scheffel Korn und zwei Tonnen Tafelbier entlohnt. Im Jahre 1603 waren auf dem Vorwerk tätig: ein Hofmann und eine Hofmutter, die Jährlich zusammen 30 Mark Besoldung erhielten, ein Meisterknecht und ein anderer Knecht, die jeder 9 Mark empfingen (1610 waren es fünf Knechte), drei Jungen (je 8 Mark), vier Mägde (je 5 Mark 39 Schilling), zwei Häckselschneider (je 7 Mark), je ein Schweine-, Roß- und Kuhhirt (je 7 Mark). Im Jahre 1683 waren ein Hofmann und eine Hofmutter, sechs junge Gärtner, ein Kuh- und ein Schweinehirt tätig.

Der Pferde- und Viehbestand auf dem Schlosse bzw. dem Hofe war recht bedeutend. Nach dem „Großen Ämterbuch“ standen im Jahre 1404 im Burgstall 214 Reisehengste, an anderen Pferden waren vorhanden 238 Stuten, 220 Fohlen und 390 Wagen- und Arbeitspferde. Der Viehbestand setzte sich zusammen aus 686 Stück Rindvieh, 125 Kälbern, dazu 5126 Schafe und 1108 Schweine. Auf den Speichern lagerten 396,½ Last 23 Scheffel Roggen, 17,½  Last 10 Scheffel Weizen, 1624 Scheffel Gerste, und 7535 Scheffel Hafer. An Vorräten waren vorhanden 22100 Stück Käse für die Herrentafel, 2300 Stück Leutekäse, 16 Tonnen Butter und 27 Tonnen Honig.
Diese günstige Wirtschaftslage ging nach der Schlacht bei Tannenberg (1410) zurück; im Jahre 1441 waren in Balga nur noch 95 Pferde und 45 Fohlen vorhanden. Der Viehbestand war auf 57 Stück gesunken, dazu 18 Kälber und 14 Zugochsen. Außerdem zählte man 525 Schafe, 250 Lämmer und 180 Schweine. Die Speicher waren fast leer; auf ihnen lagerten nur 10 Last Roggen, 3 Last Weizen, 9 Last Hafer, 2,½ Last Gerste und 1,½ Last Erbsen.

Dem hohen Pferde- und Viehbestand entsprechend gehörten auch umfangreiche Äcker, Wiesen und Weiden zum Vorwerk. Die Gärtner und andere Arbeitskräfte besaßen gar kein Land oder nur einen ganz geringen Anteil; selbst für die Kirche war nichts ausgeworfen. Nur der Krüger (Schankwirt) besaß Ackerland, das ihm 1559 verliehen worden war.  1575 wird es 22½ Morgen groß angegeben. Dies Krugland lag im „schwarzen Grund“, über den der Kirchensteig von Kahlholz nach Balga führte. Auch noch der letzte Krugbesitzer Pultke hatte hier seine Ländereien.

Die Ländereien des Vorwerks lagen rund um die Burg herum; im Jahre 1584 waren sie mit zwei Feldern auf 19 Hufen 6 Morgen ausgemessen (= 338 ha).
Aus einer genauen Aufstellung der Vorwerksländereien aus dem Jahre 1636 erfahren wir, daß 28 Hufen 17 Morgen 246 Ruten besät werden konnten, also reines Ackerland waren (diese Größe wird auch noch 1683 angegeben); sie waren in drei Felder aufgeteilt; Feld nach Hoppenbruch, in welches etwa 9 Last Getreide gesät werden konnte, Feld hinterm Hof nach dem Schneckenberg und nach der Wolitt auf diesseits des Bruchs liegend, hierfür wurden etwa 8½ Last Saat gebraucht, und das größte Feld nach Kahlholz, in das etwa 9½ Last Getreide ausgesät werden konnten.
Ein 10 Hufen großes Bruch zwischen Kahlholz und Wolitta, von dem 2 Hufen Wiesen zum Vorwerk gebraucht wurden, war sehr tief und mit Ellernstrauch bewachsen, aus ihm wurde den Wolittern, weil sie sonst keine Holzung hatten, zu brennen verabfolgt. Dies Bruch hatte wenig Wert und Pfleget  auch offt undt vielfeltig mit waßer zu beschwimmen; die Wolittaer und Kahlholzer durften ihr Vieh darin treiben.

Der Langenberg, dessen Name sich bis heute erhalten hat, diente zur Trift (Weg für Vieh zum Weideland) für kurfürstliche Schafe und für das Vieh des Dorfes Kahlholz. Nach E. Mallien heißt das gesamte Gelände östlich Kahlholz von der Höhe 25,6 südwärts bis zum Plötzkeberg, und zwar nördlich des Gehöfts Artur Schmer der “Langenberg“.
Der Schneckenberg und der Lindenberg war heedige undt nirgents alß zur Schaafftrifft zugebrauchen.

Alle aufgeführten Ländereien und Wiesen sind zusammen 62 Hufen 25 Morgen 240¾ Quadratruten groß;  (1 Hufe maß 30 Morgen und ein Morgen 300 Quadratruten).
In jenen Jahrhunderten baute man im Vorwerk Balga keinen Weizen an; man hatte es 1625, 1674 bis 1676, auch 1679 versucht; die Erträge waren aber so gering gewesen, daß er bald wieder aufgegeben werden musste. Im Jahre 1680 heißt es: weil undienlicher Acker zu solchem Getreide in vorigen Jahr Schaden erlitten, hat man solchen Bau nachgelassen. Dabei lag Balga mit einer durchschnittlichen Getreideanbaufläche von 207 ha an der Spitze aller Vorwerke.

Besonders ertragreich waren die Wiesen; bereits unter Herzog Albrecht waren die Sumpfwiesen bei Balga trockengelegt worden.
Gegen Ende der Ordenszeit zog Hochmeister Friedrich von Sachsen 1497 die Einnahmen von Balga und Brandenburg zur Hofhaltung ein; im Jahre 1503 verpachtete er das Vorwerk Balga an den dortigen Hauskomtur Klaus von Bach, der nach H.-H. Wächter „für die Nutzung jährlich 400 Mk. geringe Münze entrichten musste; außerdem war er verpflichtet den Roggenvorrat im Amt jährlich um zwei Last zu vermehren, Von 1652 bis 1654 war das Vorwerk an Ludwig von Auer verpfändet.

Das Ende des 17. Jahrhunderts brachte den Bauern, die „am Ende des 16. Jahrhunderts ihren rechtlichen Tiefstand erreicht hatten, auch einen wirtschaftlichen Tiefstand“. Ihre Dienstleistungen konnten sie kaum erfüllen, Hilfskräfte konnten sie nicht bezahlen. „Die Landeskultur verfiel zusehends und erreichte wohl zu Anfang des 18. Jahrhunderts ihren niedrigsten Stand“. Die große Pestepidemie von 1709/11 traf besonders die bäuerliche Bevölkerung, die zu einem Teil zu Gärtnern und Instleuten herabsank. Großbetriebe bildeten sich und zogen zahlreiche Bauernstellen ein. Diese Ursachen führten auch dazu, daß die herrschaftlichen Vorwerke oder Domänen umgestaltet wurden. Sie wurden verpachtet. Die Pächter sollten das erreichen, was in der herrschaftlichen Verwaltung nicht geglückt war. Der wirtschaftliche Niedergang der Domänen sollte zu einem Aufschwung geführt werden.
Das Vorwerk Balga ist somit vom Jahre 1712 an Generalpächter verpachtet worden; sie führten den Titel Amtmann, Amtsrat oder Oberamtmann. Es sind bisher bekannt geworden:  

1.

1722

Kammerverwalter Henselick

2.

1727–1741

Amtsrat Johann Gottfried Ramnick

3.

1741–1750

Amtmann Johann Christoph Rehge

4.

1750–um 1755

Amtmann Christoph Reinhold Goebel

5.

um 1755–1767

Amtsrat Gottfried Ernst Doese, er gründete 1769 das Gut Doesenbruch im Kreise Heiligenbeil

6.

1767–1781

Amtsrat Adam Christian Coester

7.

1781–1787

Amtmann George Christian Coester

8.

um 1790

Amtmann Busch

9.

um 1811–1833

Amtmann Salzmann († 1833); er kaufte um 1818 einige Bauernhöfe in Quilitten auf, die zum Domänen-Vorwerk Quilitten zusammen gefasst wurden.

10.

1835–(1849?)

Amtmann, seit 1844 Oberamtmann Eduard Boehm, der besaß Gabditten mit Gnadenthal (1841 – 1862). Domänen-Vorwerk Quilitten (1848), Klein Rödersdorf (1859 – 1867); nach ihm ist die „Boehmstraße“ in Königsberg benannt worden.

 

Die jährliche Pachtsumme für das 122 magdeburgische Hufen 14 Morgen große Vorwerk Balga betrug im Jahre 1808  2563 Taler 16 Silbergroschen, dazu kamen die Abgaben für die Brauerei (797 Taler 88 Silbergroschen), Brennerei (75 Taler 51 Silbergroschen) den Rohrschnitt (10 Taler 9 Silbergroschen), die Hafffischerei (236 Taler 10 Silbergroschen) und die Teichfischerei (268 Taler 24 Silbergroschen), also fast 3860 Taler.


Nach den Kriegen in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts sah sich der Preußische Staat gezwungen, mehrere Domänen zu verkaufen. Die Domäne Balga wurde im Jahre 1849 aufgeteilt. Das Restgut mit dem Vorwerk Lindenberg erwarb die Familie von Glasow, die es bis zur Vertreibung im Jahre 1945 besessen hat.

Der Schneckenberg 1931  54 ha groß, kam an die Familie Neumann und war seit 1931 Eigentum des Richard Schröder († BRD in Stade 1956). Peter von Glasow verkaufte nach 1931 auch das Gehöft Lindenberg und seine Ländereien; es fiel an die Gemeinde Follendorf. Die um 1858 angelegte, etwa 12 Morgen große Obstplantage veräußerte das Gut Balga  ebenfalls; sie war in verschiedenen Händen, von 1920 bis 1926 hatte sie Siegfried Wollermann von Walter Kinder gepachtet, zuletzt gehörte sie Emil Blank. Im Jahre 1931 war das Gut Balga 522 ha groß, davon waren 310 ha Acker- und Gartenland, 83 ha Wiesen, 76 ha Weiden, 48 ha Wald und 5 ha Unland, Hofraum und Wege. Peter von Glasow hielt in jenem Jahre 50 Pferde, 100 Kühe (Holländer Herdbuchvieh), 20 Schafe und 120 Schweine.

Das Gutsgehöft ist aus dem „Neuen Vorwerk“ hervorgegangen und das Guts(herren)haus aus dem Wohnhaus des Amtmanns, das jedenfalls in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Halbwalmdach und Schleppdach erbaut worden ist. Ob die Grundmauern auf ein ordenszeitliches Gebäude zurückgehen, ist nicht erwiesen, aber möglich.

Im Jahre 1846 standen im Domänenvorwerk Balga 11 Wohngebäude, in denen 301 Einwohner gezählt wurden. 1871 waren beim Gut 45 Haushaltungen mit 254 Bewohnern vorhanden. Im Jahre 1905 hatte das 823,5 ha große Gut 14 Wohnhäuser, 33 Haushaltungen und 195 evangelische Einwohner. 1925 war die Zahl der Haushaltungen auf 41 und die der Einwohner auf 231 gestiegen.

Außer dem Gut Balga wurden 1849 vier Bauernhöfe von 20 bis 80 Morgen geschaffen und Wiesen in größeren und kleineren Parzellen verkauft, so daß die einstige Domäne an etwa fünfzig verschiedene Eigentümer aufgeteilt worden ist.  

Die Amtshauptleute des Hauptamts Balga
Das Vorwerk Balga war ursprünglich aufs engste mit der Ordensburg verbunden; nach 1525 wurde es immer mehr zu einem wichtigen Bestandteil des Hauptamtes Balga; zu diesem gehörten die Kirchspiele Balga, Bladiau, Heiligenbeil, Grunau – Alt Passarge, Waltersdorf, Eisenberg, Lindenau, Eichholz, Hohenfürst, Hermsdorf-Pellen, Zinten, Tiefensee, Deutsch Thierau und (bis 1819) Guttenfeld mit ihren Ortschaften. Dies Amt verwaltete der Amtshauptmann, der seinen Sitz in Balga hatte.

1.

1525–1527

Kraft von Vestenberg

2.

1527–1528

Wolf von Bünau

3.

1528

Klaus von Auer

4.

1534

Hans von der Gablentz

5.

1535

Jakob von Diebes

6.

1537–1538

Heinrich von Sparwein

7.

1538

Matin von Eppingen

8.

1538–1539

Jobst von Hennicken

9.

1540–1542

Georg von Kanitz

10.

1542

Franz von Bochsen

11.

1542–1543

Christoph von Kreytzen

12.

1543

Balthasar von Köckeritz

13.

1544–1550

Martin von Rentzel

14.

1550–1567

Jakob von Diebes

15.

1568–1572

Albrecht von Diebes, † 1573

16.

1573–1583

Melchior von Lehndorff, † Maulen 22. März 1601

17.

1583–1585

Georg von Podewels

18.

1585–1595

Joachim von Below

19.

1595–1604

Otto von der Groeben, * 1567, † Jesau 12. April 1644

20.

1604–1607

Martin von Wallenrodt

21.

1608–1618

Friedrich Erbtruchseß Freiher zu Waldburg,  † 3. März 1624

22.

1618–1632

Hans Georg von Saucken

23.

1632–1638

Hans von Wallenrodt

24.

1640–1644

Christoph von Troschke

25.

1644–1645

Jonas Kasimir Freiherr zu Eulenburg

26.

1645–1648

Henning von Borcke, Kammerherr

27.

1649–1654

Ludwig von Auer, * 1605, † 13. Juni 1655

28.

1654–1674

Elias von Kanitz, † 1674

29.

1674–1683

Georg Friedrich von Kreytzen

30.

1683–1685

Eustachius Freiherr zu Heydeck

31.

1686–1688

Wolf Christoph Erbtruchseß zu Waldburg, * 11. Februar 1643, † 26. Januar 1688

32.

1688–1689

Christoph von Tettau, † vor Bonn 1689

33.

1689–1691

Dietrich von Tettau

34.

1692–1725  

Christoph Arndt von Röder, † 3. August 1725

35.

1725–1736

Friedrich Wilhelm von Dewitz, †1736

36.

1736–1752

Johann Heinrich Wilhelm Jobst von Buddenbrock

                                          

Der wichtigste Beamte neben dem Amtshauptmann war der Amtsschreiber; er führte Buch über alle Einnahmen und Ausgaben des gesamten Hauptamts, auch des Vorwerks. Es kann nur eine vorläufige Liste der Amtsschreiber gegeben werden:

1536

Georg Tilo

1585

Philipp Hamme

1601

Kaspar Schulz,  † 1601

1602, 1615

Christoph Frenzel

1636

Johann Fabian Quaß,  † vor 1658

1651–1656

Gottfried Goltz, *18. April 1618, † Königsberg 31. Juli 1678

1669

Georg Heinrich Mülich, er heiratete 1669 Dorothea Hagen, eine Tochter des Jakob H. auf Henneberg

1676, 1680

Christoph Nietzsch

1686

Hans Albrecht Pauli

1688

Johann Schrötel

1697

Michael Hanslick

1719

Paul Pawlowski

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