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Samstag, 16. Dezember 2017

Balga in den letzten Jahrzehnten vor 1945

von Erwin Mallien

In der Gemeinde Balga bestanden seit der Aufteilung der Domäne im Jahre 1849 neben dem Gut Balga mehrere Bauernwirtschaften, und zwar im Dorfe (vor dem 2. Weltkrieg) die von:

Reimann, Franz

mit Pachtland etwa 100 Morgen, etwa 18 Stück Rindvieh, etwa 5 Pferde;

Scherwinski, Emil

mit Pachtland etwa 78 Morgen, etwa 16 Stück Rindvieh, etwa 3 Pferde;

Mallien, Georg

mit Pachtland etwa 70 Morgen, etwa 14 Stück Rindvieh, etwa 4 Pferde;

Böhm, Willi 

mit Pachtland etwa 60 Morgen, etwa 12 Stück Rindvieh, etwa 3 Pferde;

Pultke, Walter 

mit Pachtland etwa 55 Morgen, etwa 12 Stück Rindvieh, etwa 2 Pferde;

Meitz, Eduard

mit Pachtland etwa 50 Morgen, etwa 11 Stück Rindvieh, etwa 2 Pferde;

Reimann, Albert

mit Pachtland etwa 40 Morgen, etwa 8 Stück Rindvieh,  etwa 2 Pferde;

Kreutz, Edmund

mit Pachtland etwa 55 Morgen, etwa 10 Stück Rindvieh, etwa 3 Pferde;

Schwark, Wilhelm

mit Pachtland etwa 40 Morgen, etwa  6 Stück Rindvieh,  etwa 2 Pferde;

 

Zu den Abbauten gehörten der Schneckenberg, im Besitz von

Schröder, Richard

mit Pachtland besaß er etwa 240 Morgen und hatte einen Rindviehbestand von etwa 45 Stück und etwa 6 Pferde;

 

Außerdem wohnten außerhalb des Dorfes:

Korn, Gerhard 

mit Pachtland etwa 100 Morgen, etwa 25 Stück Rindvieh, etwa 5 Pferde;

Neumann, Fritz 

mit Pachtland etwa   65 Morgen, etwa 12 Stück Rindvieh, etwa 3 Pferde;

Schmer, Artur

mit Pachtland etwa 100 Morgen, etwa 20 Stück Rindvieh, etwa 5 Pferde


Die Obstplantage, etwa 12 Morgen groß, gehörte zuletzt Emil Blank.
Eine Gärtnerei wurde von Fritz Behrendt betrieben.

Die Ländereien der Bauern erstreckten sich hauptsächlich im Norden des Gemeindeareals. Bei den Bodenschätzungen wurde das Land recht hoch bewertet. Es trug vor allem Roggen und Kartoffeln. Die Wiesen lieferten ein gutes Heu, deshalb waren die Viehhaltungen besonders groß.

Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe mit einer Betriebsfläche von

a)

0,5

bis unter

5 ha = 8

d)

20

bis unter

100 ha = 4

b)

5

bis unter

10 ha = 4

e)

über

100 ha = 1

c)

10

bis unter

20 ha = 6

An Gewerbebetrieben bestanden die Schlachterei Edmund Kreutz, Lebensmittel, Kohlenhandel und Milchverkaufsstelle Erwin Mallien, die Bäckerei  Emil Scherwinski, Fischhandel Erich Kroll, Papier und Kurzwaren Willi Wiechert.

Das Handwerk war vertreten durch Zimmermeister Albert Thimm, Bauunternehmer Rudolf Ohnsorge, Schneidermeister Emil Anton, Schneidereibetrieb Friedrich Hornberger, Schumacherreibetriebe Adolf Will und Albert Kroll, Malerbetrieb Otto Samlowski, Damenschneiderei Gertrud Tiedmann.

Die Imkerei wurde von Eduard Wiechert, nach dessen Tode von seinem Schwager Karl Unruh betrieben.

Der Inhaber des Pultkeschen Kruges eröffnete am 24. Mai 1925 die neuerbaute Strandhalle, die Frau Brosell jahrelang verwaltet hat.

Für die Verbreitung Balgaer Motive sorgte der aus Berlin stammende Maler Kurt Malz; seine Bilder wurden von Balgabesuchern gern gekauft; er starb nach der Vertreibung aus der Heimat in Dänemark.

Obgleich Balga abseits der großen Verkehrsstraße lag, war es durch Eisenbahn und Kraftwagen leicht zu erreichen; denn die mit Birken bestandene Kunststraße Groß Hoppenbruch – Balga war schon Ende des 19. Jahrhunderts erbaut worden; die Verbindung zwischen Groß Hoppenbruch und Gnadenthal zur Kunststraße Königsberg – Heiligenbeil wurde etwa 1934 geschaffen und die von Balga nach Kahlholz im Jahre 1939 fertiggestellt.

Um den vielen Balgabesuchern den Weg von der Eisenbahnstation Groß Hoppenbruch nach Balga zu erleichtern, unterhielt Bernhard Augustin eine Verbindung mit Pferdefuhrwerk aufrecht, im Sommer stellten Sonntags Bauern mehrere mit Grün geschmückte Leiterwagen, um die Ausflügler für 50 Pfennig nach Balga abzuholen. Fritz Korn, der Inhaber vom „Haus Balga“, richtete 1931 die erste Busverbindung Balga – Groß Hoppenbruch ein; später übernahm Fritz Schulat diese Einrichtung; er und Gastwirt Gustav Schröder unterhielten auch eine Autovermietung.

Balga, Kahlholz, Wolitta und Follendorf gehörten zur Postagentur Balga, die dem Postamt Heiligenbeil  unterstellt war. Sie wurde verwaltet von Mohr (bis 1890), Klara Mohr, später verheiratete Augustin (bis 1934). Als Briefträger sind bekannt Otto Sonnenstuhl, Paul Schneider, Friedrich Oltersdorf, Grete Silz für die auswärtigen Orte und Georg Augustin und Paul Brall für den Dorfbezirk.

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